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Es Ginebró- das zertifizierte Öko-Restaurant in Inca

Donnerstags ist in Inca wegen des Markttags immer die Hölle los. Die Parkplätze sind knapp und darum vermutet meine Begleiterin, dass es dann auch im „Es Ginebró“ kaum noch freie Plätze geben wird. Doch als wir eintreten, sitzen nur zwei junge Herren drin und wir haben freie Auswahl.

Das Ambiente ist eher schlicht. An den Wänden hängen Fotos von Ökobauern und Pflanzen aus Lateinamerika und vom spanischen Festland. Auch die restlichen Tische waren dann schnell gefüllt. Die Bedienung war sofort zur Stelle und ratterte etwas undeutlich die drei Menü-Vorschläge herunter. Nachdem wir uns entschieden haben, serviert sie selbst gebackenes Vollkornbrot, Olivenöl, Salz und ein Schälchen mit wundervoll aromatischen schwarzen Oliven. Der Salat mit Tomaten und gerösteten Champignons ist frisch zubereitet, ebenso die Avocado-Creme- Suppe, an deren Geschmack man sich jedoch gewöhnen muß. Als Vorspeise gibt es Bulgur, der angereichert wurde mit getrockneten Früchten wie Datteln, Aprikosen und Feigen. Der weiße Butibalausi, ein mallorquinischer Ökowein aus Algaida, passt wundervoll dazu. Die Hauptspeise ist eine Gemüsesuppe, bestehend aus Shitake-Pilzen, Bohnen, Kartoffeln und Tomaten. Als Dessert waren Apfel- und Käsekuchen im Angebot. Wir entschieden uns für die einfache Variante Käsekuchen sowie Käsekuchen mit Zitronencreme. Dazu gab es einen sehr milden aber wohlschmeckenden Cortado.

Das Restaurant wird vorwiegend von einheimischen Insidern besucht. Der Besitzer, Juan Coll Rayó, betreibt es seit 2003 in der Nähe des Bahnhofs von Inca (Calle Bisbe Llompart 119, Telefon: 971 50 02 09) mit Leidenschaft. Fast alle Produkte pflanzt er in seinem Garten selber an und lässt sie von Experten prüfen. Auf diese Weise erhielt er das bisher einzige offizielle Zertifikat für ein Öko-Restaurant. Der Preis von knapp über 30 Euro für das Menü geht in Ordnung.

Ambiente: einfach; Service: schnell; Punkte: 5 von 10.

Restaurante Porxada de sa Torre


Manche Restaurants sind schwer zu finden. Dieses kann man nicht übersehen, denn einen attraktiveren Standort kann es kaum geben. Das Porxada de sa Torre liegt unmittelbar am Torre de Canyamel, einem massiven, zinnenbekrönten Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert, der majestätisch in die Landschaft hineinragt. Vor einigen Jahren saß man an langen Tischen und musste auf unbequemen Holzbänken Platz nehmen. Jetzt speist man an gut platzierten Tischen mit gemütlichen Stühlen. Nur das agrarisch geprägte Ambiente ist geblieben: Heuwagen, auf denen sich Knoblauchknollen türmen, Pferdegeschirr und Mühlsteine. Obwohl wir nicht reserviert hatten, bekamen wir noch einen Fensterplatz, doch das klappte wohl nur, weil wir pünktlich zur Öffnungszeit um 19:00 Uhr dort waren. Das Restaurant ist sehr beliebt, denn die restlichen Tische füllten sich rasch. Dennoch hatte das gut eingespielte Kellnerteam alles perfekt im Griff, wirkte dabei überhaupt nicht gestresst und war immer zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle- für ein Restaurant dieser Größe schon ein Kunststück.

 

Vorspeise: Die Dame bestellte Kroketten mit Spinatfüllung, der Herr einen Tomatensalat. Die Füllung bestand tatsächlich aus dem wohlschmeckenden Gemüse und nicht aus Kartoffelpamps aus der Tüte. Der Teller mit den frischen Tomaten, Zwiebelringen und einigen Paprikaringen war riesig. Hauptspeise: Wir waren auch gekommen, weil der Herr endlich mal die Spezialität des Hauses, nämlich Spanferkel vom Holzkohlegrill, probieren wollte. Die Dame entschied sich für ein Steinbutt - Filet. Pommes wollten wir beide nicht als Beilage sondern gegrilltes Gemüse. Zwei Spanferkel-Stücke wurden serviert- eines mit Kruste und frisch vom Grill, das andere war ein Filet-Stück ohne Kruste, doch leider schon etwas erkaltet. An der Qualität und der Menge gab es nichts auszusetzen, die Kruste ist Geschmackssache, obwohl das Fett völlig ausgebraten war. Das Gemüse (Bohnen, Erbsen und Pimientos de Padron ) war leider nicht gegrillt sondern gekocht. Die geschmackliche Harmonie mit dem Spanferkel war nicht optimal. Das Steinbuttfilet war riesig, doch wir rätselten, wie es zubereitet worden war. Offensichtlich wurde es gedämpft und anschließend auf einer Seite in der Pfanne gebraten. Der Geschmack war okay. Dazu gab es gegrilltes Gemüse in Form von Champignons, Paprika und einer Scheibe Birne. Satt sind wir geworden, aber es ist klar: Dies ist kein Platz für Gourmets sondern für Hungrige, die keine Raffinessen erwarten und es gewohnt sind, dass ohne Gewürze gekocht wird. Doch dann kam das Dessert. Der Herr bestellte einen Brownie, die Dame Pina natural. Letztere hatte noch nicht die volle Reifestufe und manch einem Stück fehlte es an Saft. Doch der Brownie mit Eis und Sahne war eindeutig die Offenbarung. Als die Rechnung kam, waren wir nicht enttäuscht: 66,70 Euro inclusive einem Macia Batle rose, einem Wasser und einem Torres 5 als Absacker gehen voll in Ordnung (HB)

 


Bewertung:

Ambiente: agrarisch geprägt. Service: sehr nett, aufmerksam und flexibel. Punkte: 4 von 10.

Can Tomeu bei Montuiri

Das Restaurant liegt etwas außerhalb von Montuiri direkt an der mehrspurigen Hauptstraße nach Manacor. Abfahrt bei km 29.6 in Richtung Porreres und im Kreisel den Schildern „Can Tomeu“ folgen. Wer einen Riesenhunger mitbringt kommt hier ebenso auf seine Kosten wie der stille Genießer. Das Buffet ist mallorquin geprägt. Vorspeisen: es gibt mindestens vier Salatvarianten. Weiterhin: Muscheln, Gambas, eingelegte Zwiebeln, Oliven, Tomaten, Rote Beete, Paprika und verschiedene Wurst- und Käsesorten. Hauptspeisen: Zunge mit Kapern, verschiedene Fischfilets, Hühnchenkeulen, Sopa mallorquin, Paella und diverse Gemüsemischungen. Nachspeise: Kuchen und Törtchen, Früchtequark, zahlreiche Obstsorten wie Orange, Apfel, Kiwi und Ananas. Alles ist frisch und schmackhaft, die Qualität ist ausgezeichnet. Bier vom Faß ist ebenso gratis wie eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser. Ein Cortado kostet 1,20 Euro, ein Cafe Con Leche ebenso. Es ist ein Buffet- und das heißt Selbstbedienung. Preise: 10 Euro pro Person wochentags. Freitagabend: 12 Euro. Samstags: Mittags 12 Euro, am Abend mit Tanz und Musik: 16 Euro. Fazit: Ein kaum noch schlagbares Preis- Leistungsverhältnis.

Bewertung:
Ambiente: großzügige Raumausstattung. Papiertischtücher und Papierservietten. Service: schnell und aufmerksam. Punkte: 5 von 10.

Tomassini: Perfekte Pizza in der Bahnhofshalle

Es ist kurz nach 19 Uhr und einige Tische, an denen hochbeinige Hocker stehen, sind noch frei in der Pizzeria „Tomassini“. Weil sie gegenüber dem Bahnhof von Sineu liegt, ist sie leicht zu finden. Gewöhnungsbedürftig für ältere Gäste ist sicher die Kinoleinwand, auf der Video- Clips nach MTV- Muster ablaufen. Wir haben gerade bestellt, Ensalada Verde als Vorspeise, danach eine Pizza Vegetariana, als der Lärmpegel steigt- es wird so laut wie in einer Bahnhofshalle. Auch einen Vino de la casa blanco bestellen wir - die nette, ewig lächelnde Bedienung bringt zu unserer Überraschung einen Macia Batle Jahrgang 2009. Das ist zwar nicht der übliche Hauswein, aber mit ¼ Liter für 4,00 Euro sind nicht übertrieben teuer. Der Salat besteht aus vielen Frisėeblättern, reichlich Walnusstückchen, Chicoree, Rucola, fünf dicken Rollen Ziegenkäse und einigen frischen Pfirsichscheiben. Das I-Pünktchen ist jedoch die fein abgestimmte Salatsauce. Die Menge reicht für zwei Personen mit normalem Appetit vollkommen aus. Insgesamt eine perfekte Mischung zur Einstimmung. Auch die Pizza teilen wir uns. Sie ist dünn, knackig und reichlich belegt: Paprika, Zwiebelringe, Knoblauch, Tomaten, Mozzarella und Ziegenkäse. Alle Zutaten sind genau auf den Punkt gegart und somit perfekt für ein angenehmes Geschmackserlebnis. Die Bahnhofshalle vibriert. Alle Gäste sind in guter Stimmung, denn allen schmeckt es hervorragend. Zum Dessert bestellen wir noch einen Brownie mit gemischtem Eis und dazu zwei Cortado. Der Brownie ist keineswegs trocken und man schmeckt auch die Schokolade. Der Cortado bezaubert durch sein frisches Kaffeearoma. Wir haben „Tomassini“ schon viele Male besucht und wurden nie enttäuscht, weil die Qualität immer gleich gut war. Der große Unterschied zur Bahnhofshalle ist, dass man nicht so lange warten muß, bis die Wünsche erfüllt werden denn die Bedienung ist aufmerksam und schnell. Niemand wird bevorzugt, niemand vernachlässigt. Auch der Preis geht mit 34,60 Euro voll in Ordnung.

Bewertung:

Ambiente: gewöhnungsbedürftig für Ältere. Service: aufmerksam und schnell. Punkte: 5 von 10.

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