120 Tonnen Ensaimada verkauft

Das traditionelle Schmalzgebäck wird von immer mehr Touristen und Einheimischen geliebt.  Allein im zweiten Halbjahr 2010 produzierten Großhersteller über 100 Tonnen dieses Gebäcks. 20 weitere Tonnen stellten kleinere Bäckereien her.

Über die Herkunft gehen die Meinungen auseinander.  Einige bestehen auf eine arabische Bäcker, andere verweisen auf mallorquinischen Juden. Wie auch immer:  Eine Ensaimada de Mallorca besteht aus einem gezuckerten, fermentierten und im Ofen gebackenen Teig sowie aus Stärkemehl, Wasser, Zucker, Eiern, Sauerteig und Schweineschmalz. Die ersten schriftlichen Hinweise auf die Ensaimada stammen aus dem 17. Jahrhundert. Bereits im 18. Jahrhundert wurde sie zunehmend auch in der mittleren und oberen Gesellschaftsschicht geschätzt. Während des 19. Jahrhunderts war sie auch außerhalb Mallorcas bekannt. Sie wurde in zahlreichen Rezeptsammlungen, Berichten über Gebäckwaren oder in Reisebeschreibungen erwähnt. Auch in den Abhandlungen des österreichischen Erzherzogs Ludwig Salvator von Habsburg wurde die Ensaimada mehrfach beschrieben.

Auf Mallorca ist das Konditorhandwerk eine der ältesten Zünfte. Es reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Über 50 Prozent der heute existierenden Bäckereibetriebe sind mehr als 150 Jahre alt und werden häufig bereits in der fünften Generation als Familienbetriebe weitergeführt.

Die Ensaimada de Mallorca wurde 1996 als Ursprungsprodukt registriert und die Regierung der Balearen genehmigte im April 2003 das derzeit gültige Reglement, wonach die Ensaimada als geschütztes Produkt mit Ursprungsvermerk eingetragen ist.

Es gibt zwei Arten von Ensaimadas - die gefüllten und die ungefüllten:

  • „Ensaimada de Mallorca”, die Bezeichnung, die für das Gebäck verwendet wird, das nicht gefüllt ist. Ihre Zutaten sind: Stärkemehl, Zucker, Eier, Sauerteig und Schweineschmalz.
  • „Ensaimada de Mallorca de cabell d’àngel”, deren Zutaten dieselben sind, wie für die ungefüllte, die aber zusätzlich mit „Engelshaar” gefüllt wird (eine süsse Zuckermasse).

In den Bäckereien Mallorca’s findet man außerdem zahlreiche gesalzene Produkte, die mit Fleisch, Gemüse oder Fisch gefüllt oder überbacken sind. Dazu gehören Panades, Coques, Cocorrois, Espinagades de Col o d’Anguila. Einfach mal probieren.

Wer eher süße Gebäcke bevorzugt, sollte einmal  das Pa de Figa (Feigenbrot, das in Feigenblätter serviert wird), den Gató aus Mandeln, die mallorquinischen Krapfen (alleine oder gefüllt), oder Tortells, die mit Kürbiss und Cabell d’Àngel hergestellt werden, kaufen(HB).

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