Archive für Dezember 2010

Siurells – Hirtenpfeife oder Kinderspielzeug?

Von Horst Buchwald

Ein typisches Erbe volkstümlicher Mittelmeerkultur sind die auf Mallorca hergestellten Siurells. Dabei handelt es sich um weiß getünchte Keramikfigürchen aus Tonerde, die in den Farben grün, rot, blau und gelb in Form von Flecken, Strichen, Punkten oder Kreisen verziert werden. Am Sockel der Siurell befindet sich eine Pfeife - daher auch der Name: siular bedeutet auf katalanisch „pfeifen.“ 

Die Herstellung

Die einzelnen Teile der Siurell werden aus Ton geformt und später miteinander verbunden. Dann wird die Pfeife geformt und an der Figur befestigt. Nachdem sie getrocknet ist, wird sie gebrannt und in ein Kalkbad getaucht. Dabei wird sie an der Pfeife festgehalten, so daß diese ihre natürliche Tonfarbe behält. Nachdem der Kalk getrocknet ist, wird die Siurell mit Pinselstrichen verziert. Je nachdem an welchem Ort sie produziert  werden, kommen unterschiedliche Farben für die Verzierungen zum Einsatz. In Inca sind das Blau und Gelb, in Marratxí Grün und Rot. Die Verteilung der Pinselstriche ist verschieden, denn jeder Künstler hat seinen eigenen Stil und verfolgt bestimmte Muster wie zum Beispiel parallele Pinselstriche in verschiedenen Farben, Pinselstriche im rechten Winkel aufeinander oder die Kombination aus längeren Pinselstrichen und Punkten in einer anderen Farbe.

Zu den klassischen Figuren gehören Reiter, Bauern, Teufel und Hahn. Als Kinderspielzeug dienen unter anderem Flugzeuge und Motorräder.

 

Das Zentrum der Siurell-Herstellung  ist Marratxi, denn dort befinden sich die größten Töpferwerkstätten der Insel. Weitere Produktionsstätten gibt es in Inca, Sa Cabaneta, Llubí, Felanitx, Sineu, Artà, Santa Maria und Consell.

 

Herkunft

Vermutet wird viel, gesichert ist nichts. Zeit und Ort ihrer Herkunft bleiben unklar. So soll es sich um eine Pfeife handeln, die einst von den Hirten benutzt wurde. Andere glauben, die Figuren dienten als Spielzeug für Kinder. Eine religiöse Bedeutung ist ebenso möglich wie dass sie böse Geister oder ungünstige Winde vertrieb. Es wird auch angenommen, daß die Siurell durch die Phönizier nach Mallorca kamen, denn ähnliche Figuren wurden bei Ausgrabungen auf Ibiza, Sardinien, Zypern und Kreta gefunden.

 

Liebhaber

Bekannte Sammler und Liebhaber der Siurells auf Mallorca waren der britische Dichter und Schriftsteller Robert von Ranke-Graves und der katalanische Maler und Bildhauer Joan Miró. Beide lebten und arbeiteten jahrzehntelang auf Mallorca.

Spanische Regierung garantiert für Weihnachten einen sicheren Flugverkehr

Nachdem Premierminister Zapatero eine Verlängerung des Alarmzustandes bis zum 15. Januar durchgesetzt hat, sind Streiks von Fluglotsen über die Feiertage so gut wie ausgeschlossen, weil das Militärrecht zur Anwendung kommt. Wer dagegen verstößt, riskiert harte Strafen.

Grund für die Maßnahme ist der wilde Fluglotsenstreik von Anfang Dezember. Dieser hatte den Luftverkehr in Spanien für rund 20 Stunden lahmgelegt und auch den Flugbetrieb in anderen Teilen Europas beeinträchtigt. Betroffen waren rund 700.000 Passagiere. Der wirtschaftliche Schaden wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

Der Fluglotsenstreik und die Folgen

Die Verhandlungen zwischen dem spanischen Verkehrsministerium und den Fluglotsen um die Arbeitsbedingungen führte zu keinem Ergebnis. Als das Ministerium das Problem mit einem Dekret lösen wollte, meldeten sich die Lotsen krank und traten in einen wilden Streik. Daraufhin brach am Freitag vergangener Woche der Flugbetrieb zusammen und der Luftraum über Spanien musste geschlossen werden. In Palma de Mallorca  wurden 317 Flüge gestrichen. Mehr als 38.000 Passagiere waren betroffen.

Das Wirtschaftsforschungs-Institut IEE schätzt den Schaden des Ausstands für Fluglinien, Hotels, Gastronomen, Freizeiteinrichtungen und Einzelhandel auf rund 400 Millionen Euro. In einer gemeinsamen Erklärung sprechen die landesweiten Verbände der Unternehmer und Hoteliers von einem “schweren Schaden für das internationale Ansehen Spaniens.”

Nun überwachen Soldaten die Flughäfen und landesweit wurde der Notstand ausgerufen. Lotsen, die ihren Job nicht machen, landen im Gefängnis -  es sei denn, sie haben eine überzeugende Begründung. Der Konflikt schwelt jedoch weiter. Schließlich gibt es zweierlei Zündstoffe - neben den Arbeitsbedingungen sind das die Privatisierungspläne der spanischen Regierung für die Flughäfen Madrid, Barcelona und Palma. Das Bodenpersonal hat bereits mit einem Ausstand gedroht, denn es fürchtet als Folge der Privatisierung schlechtere Arbeitsbedingungen. Glaubt man jedoch der Lotsenvereinigung Usca, wird es in der Vorweihnachtszeit keine weiteren Ausstände geben. Ähnlich äußerte sich die Pilotengewerkschaft Sepla. Sie hatte Streiks angekündigt, will nun aber bis nach den Weihnachtsfeiertagen warten. Was dann passiert, steht in den Sternen.

Vor diesem Hintergrund geht auf Mallorca die Angst um. Der mallorquinischen Hoteliervereinigung ACH schwant Schlimmes. Die Insel stehe im Ruf, sicher und zuverlässig zu sein. Dieses Image sei jetzt in Gefahr- mit unabsehbaren Folgen. Denn in Deutschland und England beginnen jetzt die Urlaubs- Kampagnen für den Sommer. Die Hoteliers befürchten, dass es zu Ausfällen kommen könnte (HB).

Top-News 1. bis 5. Dezember 2010

Picasso-Ausstellung im Casal Solleric

Das Casal Solleric am bereitet den Besuchern Palmas sowie allen Kunstfreunden mit der Ausstellung “Picasso mediterráneo - Picasso und der Mittelmeerraum” eine echte Weihnachtsfreude. Bis zum 9. Januar sind 80 Arbeiten in Form von Zeichnungen, Radierungen, grafische Werke und Keramiken des berühmten Künstlers zu sehen.

Parkhaus am Parc de la Mar wurde renoviert

Im Parkhaus am Parc de la Mar in Palma wurden einige bedeutende Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten beendet. Die Wände wurden in verschiedenen Farbtönen gestrichen, damit die Nutzer ihre Autos schneller wieder finden können. Bei Regen soll es künftig keine großen Pfützen mehr geben. Außerdem sollen die Autofahrer in der Tiefgarage von nun an einen optimalen Handyempfang haben. Um Kosten zu sparen, wurden überall Energiesparlampen installiert.

Palmas Flughafen Son Sant Joan soll privatisiert werden

Die spanische Regierung will im Rahmen der Haushaltskonsolidierung nicht nur die Flughäfen Madrid und Barcelona privatisieren -  auch Son Sant Joan in Palma ist im Gespräch. Auf Mallorca soll eine Aktiengesellschaft gegründet werden, an der private Unternehmen zur Hälfte beteiligt sind. Die Anteile sollen zu 51 Prozent öffentlich bleiben und zu 49 Prozent in Privatbesitz übergehen. Als möglicher Investor ist das Unternehmen Abertis im Gespräch, das bereits Anteile an 30 Flughäfen weltweit besitzt, darunter die in London oder Orlando in den USA. Balearenpräsident Antich hat sich gegen eine Privatisierung ausgesprochen. Seine Alternative: eine gemeinsame Verwaltung durch Zentral- und Balearenregierung.

 

Unterwasser-Gebirge sollen von der UNO geschützt werden

Die Meeresschutzorganisation Oceania hat nach Auswertung von Daten aus einem vierjährigen Forschungsprojekt in der Region beantragt, die Unterwasserlandschaften der balearischen Gewässer unter UNO- Schutz zu stellen. Grund dafür ist die Vielfalt der Biosphäre. Allein im Kanal von Mallorca wurden mehr als 200 verschiedene Arten beobachtet, darunter Haie, Schwämme sowie seltene Schildkröten. Sollte dem Antrag entsprochen werden, wird um die Balearen künftig die insgesamt fünfte UNO Meeresschutzzone eingerichtet(HB).

 

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