Von Horst Buchwald
Seit Februar diesen Jahres ist das Bergdorf Orient Mitglied im Memorial-Club und damit ein Bien de interés cultural (BIC). Der Dorfkern steht unter Denkmalschutz, doch ungeteilte Zustimmung erhielten die Initiatoren des 20 Mitglieder umfassenden sociedad d´Orient nicht. Einige Dorfbewohner klagten, nun würden die Genehmigungen für Umbauten länger dauern, weil die Denkmalschutzbehörde sich einschalte. Doch die Befürworter überraschten mit konkreten Plänen. Nun würde die Gemeinde eingestürzte Mauern reparieren und endlich könnte auch der bisher nicht-öffentliche Weg zum Wasserfall Torrent de Coanegra legalisiert und offiziell für Besucher zugänglich zu gemacht werden.
Andere Bewohner träumten vom Weltkulturerbe. Würde die phantastische Gebirgslandschaft der Serra de Tramuntana diese Auszeichnung erhalten, gäbe es Subventionen und mit denen könne man die Landschaft um Orient pflegen und bewirtschaften. Schließlich gehöre die Erde zwischen der Serra d´Alfàbia und dem Puig d´Alaró zu den fruchtbarsten der Insel.
Auch aus diesem Traum könnte schon bald etwas werden. Am 14. Juli setzte der amerikanische Schauspieler Michael Douglas auf der Finca Son Marroig seine Unterschrift unter eine Solidaritätserklärung. Damit stellte er sich hinter die Bewerbung des Inselrats der Balearen, die darauf abzielt, die gewaltige Hügelkette ab 2011 zum Welterbe der Unesco erklären zu lassen. Insgesamt wurden 11.400 Unterschriften gesammelt und auf einer Facebook- Seite trugen sich mehr als 8.600 Fans der Initiative ein.
In der Bewerbung wird auf die lange Geschichte des einzigartigen Naturraums hingewiesen. Noch heute könnten Wanderer jahrhundertealte Köhlerplätze oder Terrassen aus der Zeit der Araber bewundern.
Auch in Mancor de la Vall hat man schon Erfahrungen mit Denkmalschutz. Die Gemeinde, liegt am Fuße des Suro Berges (644 m hoch). Auf den Terrassen kann der Besucher zahlreiche gut gepflegte Olivenplantagen bewundern. Das beliebtest Ziel ist jedoch eine alte Mühle aus dem 17.Jahrhundert. Sie trägt den Namen “Sa Tafona de Son Morro” und steht unter Denkmalschutz.
Die Altstadt von Alcudia steht schon seit 1963 unter Denkmalschutz, doch erst in den letzten fünf Jahren hat man das Zentrum entsprechend umgestaltet. Zunächst wurden die Hauptstrasse und einige Nebenstraßen zu Fußgängerzonen erklärt. Jetzt können die Besucher in Ruhe die in weiten Teilen gut erhaltene Festungsanlage erkunden, die aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammt. König Jaume II hatte den Bau angeordnet, um die Stadt vor Überfällen zu schützen. Drei Tore in der Mauer führen in den historischen Stadtkern: Xara, Vila Roja und Sant Sebastià.
Beeindruckend sind in der Altstadt auch zahlreiche liebevoll restaurierte herrschaftliche Häuser mit Rundbogeneingang und den Renaissance-Fenstern. Sie wurden zu Ehren des Besuches Kaiser Karls V. eingeführt. Viele sind noch mit Hauswappen geschmückt.
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