Es Ginebró- das zertifizierte Öko-Restaurant in Inca

Donnerstags ist in Inca wegen des Markttags immer die Hölle los. Die Parkplätze sind knapp und darum vermutet meine Begleiterin, dass es dann auch im „Es Ginebró“ kaum noch freie Plätze geben wird. Doch als wir eintreten, sitzen nur zwei junge Herren drin und wir haben freie Auswahl.

Das Ambiente ist eher schlicht. An den Wänden hängen Fotos von Ökobauern und Pflanzen aus Lateinamerika und vom spanischen Festland. Auch die restlichen Tische waren dann schnell gefüllt. Die Bedienung war sofort zur Stelle und ratterte etwas undeutlich die drei Menü-Vorschläge herunter. Nachdem wir uns entschieden haben, serviert sie selbst gebackenes Vollkornbrot, Olivenöl, Salz und ein Schälchen mit wundervoll aromatischen schwarzen Oliven. Der Salat mit Tomaten und gerösteten Champignons ist frisch zubereitet, ebenso die Avocado-Creme- Suppe, an deren Geschmack man sich jedoch gewöhnen muß. Als Vorspeise gibt es Bulgur, der angereichert wurde mit getrockneten Früchten wie Datteln, Aprikosen und Feigen. Der weiße Butibalausi, ein mallorquinischer Ökowein aus Algaida, passt wundervoll dazu. Die Hauptspeise ist eine Gemüsesuppe, bestehend aus Shitake-Pilzen, Bohnen, Kartoffeln und Tomaten. Als Dessert waren Apfel- und Käsekuchen im Angebot. Wir entschieden uns für die einfache Variante Käsekuchen sowie Käsekuchen mit Zitronencreme. Dazu gab es einen sehr milden aber wohlschmeckenden Cortado.

Das Restaurant wird vorwiegend von einheimischen Insidern besucht. Der Besitzer, Juan Coll Rayó, betreibt es seit 2003 in der Nähe des Bahnhofs von Inca (Calle Bisbe Llompart 119, Telefon: 971 50 02 09) mit Leidenschaft. Fast alle Produkte pflanzt er in seinem Garten selber an und lässt sie von Experten prüfen. Auf diese Weise erhielt er das bisher einzige offizielle Zertifikat für ein Öko-Restaurant. Der Preis von knapp über 30 Euro für das Menü geht in Ordnung.

Ambiente: einfach; Service: schnell; Punkte: 5 von 10.

Die Playa de Palma wird nachhaltig erneuert

Von Horst Buchwald

Das Projekt ist ehrgeizig und kann bis zu vier Milliarden verschlingen - die nachhaltige Umgestaltung der Playa de Palma. Ein gewichtiges Schlagwort im Masterplan des Playa de Palma – Konsortiums heißt „emissionsneutral“. Was muß man sich darunter vorstellen? Margarita Nájera, die Direktorin des Konsortiums, beschrieb das so: „Warum benötigt ein Gebäude in Can Pastilla dreimal so viel Energie wie in Hamburg? Wenn wir nicht nachhaltig sind, werden viele nicht mehr kommen. Ich denke da zum Beispiel an all die Grünen-Wähler in Deutschland. Das sind zudem die Kunden mit der größten Kaufkraft, wie uns auch der Reiseveranstalter TUI bestätigt hat. Diese Zielgruppe hat Werte, die sich in der Playa de Palma spiegeln müssen“.

Mit anderen Worten: Die Umgestaltung bedeutet zunächst das Aus für die Billigabsteigen in der ersten Reihe von Orten wie Can Pastilla, Ses Maravilles und Arenal. Das hat natürlich Folgen für die bisherigen Gäste. Im Frühjahr gehörte die Playa den Radlern, in der Hochsaison feierten die „Ballermänner“ hier ihre wilden Partys und im Herbst schoben die Kegelvereine eine ruhige Kugel. Die meisten dieser Touristen werden sich den Wandel von einer Zwei- Sterne- zu einer Vier- Sterne- Destination nicht leisten können. Zudem werden sie auch nicht mehr genügend Betten finden, weil deren Zahl von jetzt 43 000 um 40 bis 60 Prozent reduziert werden soll. Schließlich wird sich die Angebotswelt völlig verändern. Geplant sind sehr viele Zentren - ein Zentrum für die Kultur des Mittelmeers, ein Vergnügungs- und Showzentrum mit Musical- und Theateraufführungen. Auch für Hochleistungssportler ist ein Zentrum geplant. Darüber hinaus sind ein Bio- Hotel der Luxusklasse sowie ein Kunstmuseum vorgesehen.

Offen sind noch manche Details- zum Beispiel die Frage nach dem Verlauf der Straßenbahn. Offen ist natürlich auch, ob sich die finanzielle Kalkulation erfüllen wird. Erwartet wird, dass die „Kunden mit der größten Kaufkraft“ statt jetzt 65 Euro pro Tag eher 135 Euro ausgeben. Weil die Erneuerung nicht von heute auf morgen sondern im Zeitraum von zehn bis 20 Jahren vollzogen werden soll, bleibt noch genügend Zeit, um festzustellen, ob sich nicht folgende betriebswirtschaftliche Berechnung, die in einem Mallorca-Forum angestellt wurde, als zutreffender erweisen wird: „Mit einem Eimer Sangría oder 100 Dosen Bier ist mehr Gewinn zu erwirtschaften als mit einem 4-Sterne Menu. Kein Personal, keine Speisesäle, kein Geschirrspüler, etc.“

Der „Grünen-Wähler“ würde jedoch Folgendes bemängeln: wie hoch sind die Emissionen und die Umweltkosten, die diese Art von Tourismus verursacht?

Restaurante Porxada de sa Torre


Manche Restaurants sind schwer zu finden. Dieses kann man nicht übersehen, denn einen attraktiveren Standort kann es kaum geben. Das Porxada de sa Torre liegt unmittelbar am Torre de Canyamel, einem massiven, zinnenbekrönten Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert, der majestätisch in die Landschaft hineinragt. Vor einigen Jahren saß man an langen Tischen und musste auf unbequemen Holzbänken Platz nehmen. Jetzt speist man an gut platzierten Tischen mit gemütlichen Stühlen. Nur das agrarisch geprägte Ambiente ist geblieben: Heuwagen, auf denen sich Knoblauchknollen türmen, Pferdegeschirr und Mühlsteine. Obwohl wir nicht reserviert hatten, bekamen wir noch einen Fensterplatz, doch das klappte wohl nur, weil wir pünktlich zur Öffnungszeit um 19:00 Uhr dort waren. Das Restaurant ist sehr beliebt, denn die restlichen Tische füllten sich rasch. Dennoch hatte das gut eingespielte Kellnerteam alles perfekt im Griff, wirkte dabei überhaupt nicht gestresst und war immer zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle- für ein Restaurant dieser Größe schon ein Kunststück.

 

Vorspeise: Die Dame bestellte Kroketten mit Spinatfüllung, der Herr einen Tomatensalat. Die Füllung bestand tatsächlich aus dem wohlschmeckenden Gemüse und nicht aus Kartoffelpamps aus der Tüte. Der Teller mit den frischen Tomaten, Zwiebelringen und einigen Paprikaringen war riesig. Hauptspeise: Wir waren auch gekommen, weil der Herr endlich mal die Spezialität des Hauses, nämlich Spanferkel vom Holzkohlegrill, probieren wollte. Die Dame entschied sich für ein Steinbutt - Filet. Pommes wollten wir beide nicht als Beilage sondern gegrilltes Gemüse. Zwei Spanferkel-Stücke wurden serviert- eines mit Kruste und frisch vom Grill, das andere war ein Filet-Stück ohne Kruste, doch leider schon etwas erkaltet. An der Qualität und der Menge gab es nichts auszusetzen, die Kruste ist Geschmackssache, obwohl das Fett völlig ausgebraten war. Das Gemüse (Bohnen, Erbsen und Pimientos de Padron ) war leider nicht gegrillt sondern gekocht. Die geschmackliche Harmonie mit dem Spanferkel war nicht optimal. Das Steinbuttfilet war riesig, doch wir rätselten, wie es zubereitet worden war. Offensichtlich wurde es gedämpft und anschließend auf einer Seite in der Pfanne gebraten. Der Geschmack war okay. Dazu gab es gegrilltes Gemüse in Form von Champignons, Paprika und einer Scheibe Birne. Satt sind wir geworden, aber es ist klar: Dies ist kein Platz für Gourmets sondern für Hungrige, die keine Raffinessen erwarten und es gewohnt sind, dass ohne Gewürze gekocht wird. Doch dann kam das Dessert. Der Herr bestellte einen Brownie, die Dame Pina natural. Letztere hatte noch nicht die volle Reifestufe und manch einem Stück fehlte es an Saft. Doch der Brownie mit Eis und Sahne war eindeutig die Offenbarung. Als die Rechnung kam, waren wir nicht enttäuscht: 66,70 Euro inclusive einem Macia Batle rose, einem Wasser und einem Torres 5 als Absacker gehen voll in Ordnung (HB)

 


Bewertung:

Ambiente: agrarisch geprägt. Service: sehr nett, aufmerksam und flexibel. Punkte: 4 von 10.

Mit dem Blick der Eroberer - das Castell de Capdepera

Von Horst Buchwald


Von der Placa Espanya führen genau 147 Treppenstufen hinauf zu jener Burg, die unübersehbar stolz und majestätisch über den malerisch engen Gassen von Capdepera thront. Der Aufstieg lohnt allemal, denn für drei Euro pro Person bietet diese wohl besterhaltene  Burganlage Mallorcas mit ihrer zinnenbewehrten Mauern und Wachtürmen die Möglichkeit, mit dem Blick der Eroberer die beeindruckende Weitsicht ins hügelige Umland und hinaus auf den tiefblauen Kanal von Menorca zu genießen. Doch erst im Inneren erzählen die Steine ihre Jahrtausende alte Geschichte.

 

So lassen einige Funde aus der Umgebung darauf schließen, dass der Burghügel bereits zur Zeit der Talayot- Kultur, also zwischen dem 13. und 2. Jahrhundert vor Christi bewohnt war. Während des 2. Jahrhunderts vor Christi bis zum 5. Jahrhundert nach Christi hielten die Römer die Insel besetzt und nutzten dabei auch diesen strategisch wichtigen Punkt. Ihnen folgten die Mauren vom 10. bis zum 12. Jahrhundert. Sie errichteten den Wehrturm Miquel Nunis, der noch heute in seinen Grundmauern steht. Hier gibt es eine Plakette die auf das  “Tractat de Capdepera entre el Rei Jaume I. i alfaqui de Menorca” hinweist.  Dabei handelt es sich um einen Vertrag vom 17.6.1231 zwischen König Jaume I. und dem Maurenherrscher von Menorca, der vom spanischen Eroberer überlistet worden war.  Dieses Friedensabkommen wird in der Bibliothèque Nationale in Paris aufbewahrt.

 

Der Sohn des Eroberers, Jaume II., veranlaßte im Jahr 1300 dann die Gründung des Ortes Capdepera und ließ die Siedlung mit einer Mauer umfrieden.1323 wurde unter seinem Nachfolger Sanc I. eine Kapelle erbaut. Die Mauer wurde verstärkt, doch der Bau war erst 1386 abgeschlossen. Im 15. Jahrhundert wurden zum Schutz vor den türkischen Piraten vier Wachtürme errichtet. Sie erhielten die Bezeichnungen Des Costerans, Sa Boira, Ses Dames und Banya. Nachdem die Türken am Ende des 16. Jahrhunderts aus dem Mittelmeer verschwanden, siedelte sich die Bevölkerung außerhalb der Festungsmauern an. In die Burg zog nun eine Berufsarmee- die Dragons. Das Gebäude für den Kommandeur, die Casa del Gobernador, wurde im 18. Jahrhundet gebaut. 1854 wurde das Kastell vom Militär geräumt und stand einige Jahre leer. 1862 wurde die Immobilie öffentlich versteigert- ein Privatmann erhielt den Zuschlag. 1983 erwarb die Gemeinde sie zurück und begann mit der Renovierung.

Die Festungsmauern sind rundum begehbar und bieten durch jede Zinne einen Blick in die Ebene und zum Meer. Von den einst 25 Häusern sind die Umrisse noch erkennbar. Innerhalb der Mauern am höchsten Punkt liegt die Kapelle Nuestra Senyora de la Esperanza. Das flache Dach diente einst der Verteidigung und ist heute eine Aussichtsterrasse. In der Kapelle steht eine Christusstatue aus Orangenholz, die aus dem 14.Jh. stammen soll sowie eine Marienstatue. Mit ihr verbindet sich folgende Legende: Zum Ende des 14.Jahrhunderts wurde der Ort von Piraten angegriffen, da holten die Bewohner ihre Madonna zur Hilfe und stellten sie auf die Mauern. Nun stieg dichter Nebel auf und die Angreifer wurden vertrieben.

Eine Attraktion für sich ist die Residenz des Militärgouverneurs, in der ein Museum für Palmenflechtarbeiten untergebracht wurde. Dieses älteste mallorquinische Handwerk wurde vermutlich von den Mauren übernommen. Ihr Zentrum war Arta und Capdepera. Nur in diesen Orten gibt es noch einige wenige ältere Frauen, die diese spezielle Flechtkunst beherrschen. Sie benutzen die Zweige der wild wachsenden Zwergpalmen. Im Frühsommer werden die noch zarten Blätter gepflückt und getrocknet und nachdem sie die Sonne ausgebleicht hat, nehmen sie die sandige Farbe an. Taschen, die aus diesem Material hergestellt werden, sind unverwüstlich. Manche sollen über 100 Jahre gehalten haben.

Ohne Beispiel in Europa – die Bucht von Sa Calobra

Von Horst Buchwald

Weder auf Mallorca noch sonstwo in Europa findet die Ma- 2141 ihresgleichen. Sie ist 14 Kilometer lang und windet sich in endlosen engen Kurven mit ausnahmslos atemberaubenden Ausblicken auf Meer und Bergmassive bis hinunter in die Sa Calobra Bucht. Dies ist insbesondere in den Sommermonaten kein Geheimtipp mehr, weil zahlreiche Buskarawanen mit Touristen die Serpentinen hinabschleichen. In der Nebensaison hingegen liegt die Natur dem Besucher einsam zu Füßen. Der Höhepunkt der Abfahrt ist zweifellos der Krawattenknoten- eine Kehre von 270 Grad. Die nächste Attraktion heißt Cavall Bernat. Hier führt die Straße zwischen steil aufragenden Felswänden hindurch. Wer sich Zeit lässt und geduldig beobachtet, entdeckt zwischen den Felsen und in den Lüften garantiert Wanderfalken und Fischadler.

Unten angelangt, führt ein schmaler Weg durch beleuchtete Tunnel in ein weites, offenes Tal mit einer kleinen Kiesbucht. Hier mündet der Torrent de Pareis ins Meer. Beidseits der Bucht ragen bizarre Felsen gen Himmel. Der Strand Platja de Torrent de Pareis ist nur 25 Meter lang und etwa 30 Meter breit. Oberhalb des Strandes befindet sich eine Schiffsanlegestelle. Hier legen Boote an, die von Port de Soller kommen- eine weitere Möglichkeit, an diesen wundervollen Ort mit dem bergkristallklaren eiskalten Wasser zu gelangen.

Wer das Abenteuer liebt und ein geübter Kletterer ist , kann - mit viel Wasser und einer Top-Ausrüstung versehen – nur an absolut trockenen Tagen zum Restaurant Escorca an der MA-10 zwischen Sóller und Pollença fahren, denn hier beginnt der Abstieg in die Erosionsschlucht Torrente de Pareis. Es ist keine Wanderung, weil während des Abstiegs mindestens drei gewaltige Felsen er- und umklettert werden müssen. Auch Rutschtouren hinab über mehrere Meter auf dem Hosenboden lassen sich nicht vermeiden. Manch einer hat hier schon die Orientierung verloren. Beinahe jährlich sind schwer Verletzte oder Tote zu beklagen. Dies sind deutliche Hinweise darauf, dass man sich die Tour nur zumuten sollte, wenn der Körper in einem topfitten Zustand ist.

Die Schlucht des Torrent de Pareis wurde mit Teilen der Schluchten des Torrent de Lluc und des Torrent des Gorg Blau im Jahre 2003 zum Naturdenkmal erklärt. Außerdem ist die Landschaft ein Vogelschutzgebiet. Es gibt etwa 300 Pflanzenarten, wovon 10 Prozent nur auf den Balearen vorkommen.

Ein ganz besonderes Highlight ist im Juli das Schlucht – Konzert des Londoner Quartetts Cantabile.

Mallorca entdeckt den Denkmalschutz und das Weltkulturerbe

Von Horst Buchwald

Seit Februar diesen Jahres ist das Bergdorf Orient Mitglied im Memorial-Club und damit ein Bien de interés cultural (BIC). Der Dorfkern steht unter Denkmalschutz, doch ungeteilte Zustimmung erhielten die Initiatoren des 20 Mitglieder umfassenden sociedad d´Orient nicht. Einige Dorfbewohner klagten, nun würden die Genehmigungen für Umbauten länger dauern, weil die Denkmalschutzbehörde sich einschalte. Doch die Befürworter überraschten mit konkreten Plänen. Nun würde die Gemeinde eingestürzte Mauern reparieren und endlich könnte auch der bisher nicht-öffentliche Weg zum Wasserfall Torrent de Coanegra legalisiert und offiziell für Besucher zugänglich zu gemacht werden.

Andere Bewohner träumten vom Weltkulturerbe. Würde die phantastische Gebirgslandschaft der Serra de Tramuntana diese Auszeichnung erhalten, gäbe es Subventionen und mit denen könne man die Landschaft um Orient pflegen und bewirtschaften. Schließlich gehöre die Erde zwischen der Serra d´Alfàbia und dem Puig d´Alaró zu den fruchtbarsten der Insel.

Auch aus diesem Traum könnte schon bald etwas werden. Am 14. Juli setzte der amerikanische Schauspieler Michael Douglas auf der Finca Son Marroig seine Unterschrift unter eine Solidaritätserklärung. Damit stellte er sich hinter die Bewerbung des Inselrats der Balearen, die darauf abzielt, die gewaltige Hügelkette ab 2011 zum Welterbe der Unesco erklären zu lassen. Insgesamt wurden 11.400 Unterschriften gesammelt und auf einer Facebook- Seite trugen sich mehr als 8.600 Fans der Initiative ein.

In der Bewerbung wird auf die lange Geschichte des einzigartigen Naturraums hingewiesen. Noch heute könnten Wanderer jahrhundertealte Köhlerplätze oder Terrassen aus der Zeit der Araber bewundern.

Auch in Mancor de la Vall hat man schon Erfahrungen mit Denkmalschutz. Die Gemeinde, liegt am Fuße des Suro Berges (644 m hoch). Auf den Terrassen kann der Besucher zahlreiche gut gepflegte Olivenplantagen bewundern. Das beliebtest Ziel ist jedoch eine alte Mühle aus dem 17.Jahrhundert. Sie trägt den Namen “Sa Tafona de Son Morro” und steht unter Denkmalschutz.

Die Altstadt von Alcudia steht schon seit 1963 unter Denkmalschutz, doch erst in den letzten fünf Jahren hat man das Zentrum entsprechend umgestaltet. Zunächst wurden die Hauptstrasse und einige Nebenstraßen zu Fußgängerzonen erklärt. Jetzt können die Besucher in Ruhe die in weiten Teilen gut erhaltene Festungsanlage erkunden, die aus dem 13. bis 14. Jahrhundert stammt. König Jaume II hatte den Bau angeordnet, um die Stadt vor Überfällen zu schützen. Drei Tore in der Mauer führen in den historischen Stadtkern: Xara, Vila Roja und Sant Sebastià.

Beeindruckend sind in der Altstadt auch zahlreiche liebevoll restaurierte herrschaftliche Häuser mit Rundbogeneingang und den Renaissance-Fenstern. Sie wurden zu Ehren des Besuches Kaiser Karls V. eingeführt. Viele sind noch mit Hauswappen geschmückt.

Bistro „eventia“ in Inca

Wir stehen auf dem Plaza de Espana in Inca und suchen ein Bistro. Schließlich steuern wir auf das „eventia“ zu. Man kommt hier rein und schaut sofort in viele Spiegel an den Wänden, die in diversen Jugendstilformen konstruiert wurden, fühlt sich gleich hingezogen zu den gediegenen dunkelbraunen Rundbänken und Stühlen, die mit dunkelgrünem Leder bezogen sind. Aufdringliche Spots gibt es nicht. Die Atmosphäre ist angenehm entspannt und wird kreativ untermalt durch die Highlights der Jazz- und Blues-Musik, die aus dem Hintergrund sanft ans Ohr klingen. Hier sind Gespräche selbst noch in leiser Tonart möglich. Solch ein auf Weltläufigkeit getrimmtes Ambiente erwartet in dem eher tristen Städtchen Inca kaum jemand.

Der Service des „eventia“- Teams ist aufmerksam, schnell- und die Damen lächeln sogar. Der Cafe con leche hat die richtige Temperatur und das perfekte Aroma. Statt einem Bocadillo entscheiden wir uns für ein getoastetes großes Baguette mit Lachs für den Herren sowie einem Pa Amb Oli mit Lachs für die Dame. Es mundet vorzüglich und wird geschmacklich gut ergänzt durch schwarze und grüne Oliven, in Olivenöl eingelegtem Knoblauch sowie einigen Silberzwiebeln, die auf einem kleinen Teller als Beigabe des Hauses serviert werden. Es ist ein heißer Tag und darum bestellen wir noch zwei Wasser- macht zusammen 18,10 Euro. Nicht ganz billig, aber in dieser Atmosphäre kann man das leicht verschmerzen.

Bewertung:
Ambiente: modern, angenehme Farben für die Augen, Jazz und Blues für die Ohren. Service: aufmerksam und schnell, auch ein Gespräch liegt noch drin. Punkte: 6 von 10.

Can Tomeu bei Montuiri

Das Restaurant liegt etwas außerhalb von Montuiri direkt an der mehrspurigen Hauptstraße nach Manacor. Abfahrt bei km 29.6 in Richtung Porreres und im Kreisel den Schildern „Can Tomeu“ folgen. Wer einen Riesenhunger mitbringt kommt hier ebenso auf seine Kosten wie der stille Genießer. Das Buffet ist mallorquin geprägt. Vorspeisen: es gibt mindestens vier Salatvarianten. Weiterhin: Muscheln, Gambas, eingelegte Zwiebeln, Oliven, Tomaten, Rote Beete, Paprika und verschiedene Wurst- und Käsesorten. Hauptspeisen: Zunge mit Kapern, verschiedene Fischfilets, Hühnchenkeulen, Sopa mallorquin, Paella und diverse Gemüsemischungen. Nachspeise: Kuchen und Törtchen, Früchtequark, zahlreiche Obstsorten wie Orange, Apfel, Kiwi und Ananas. Alles ist frisch und schmackhaft, die Qualität ist ausgezeichnet. Bier vom Faß ist ebenso gratis wie eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser. Ein Cortado kostet 1,20 Euro, ein Cafe Con Leche ebenso. Es ist ein Buffet- und das heißt Selbstbedienung. Preise: 10 Euro pro Person wochentags. Freitagabend: 12 Euro. Samstags: Mittags 12 Euro, am Abend mit Tanz und Musik: 16 Euro. Fazit: Ein kaum noch schlagbares Preis- Leistungsverhältnis.

Bewertung:
Ambiente: großzügige Raumausstattung. Papiertischtücher und Papierservietten. Service: schnell und aufmerksam. Punkte: 5 von 10.

Tomassini: Perfekte Pizza in der Bahnhofshalle

Es ist kurz nach 19 Uhr und einige Tische, an denen hochbeinige Hocker stehen, sind noch frei in der Pizzeria „Tomassini“. Weil sie gegenüber dem Bahnhof von Sineu liegt, ist sie leicht zu finden. Gewöhnungsbedürftig für ältere Gäste ist sicher die Kinoleinwand, auf der Video- Clips nach MTV- Muster ablaufen. Wir haben gerade bestellt, Ensalada Verde als Vorspeise, danach eine Pizza Vegetariana, als der Lärmpegel steigt- es wird so laut wie in einer Bahnhofshalle. Auch einen Vino de la casa blanco bestellen wir - die nette, ewig lächelnde Bedienung bringt zu unserer Überraschung einen Macia Batle Jahrgang 2009. Das ist zwar nicht der übliche Hauswein, aber mit ¼ Liter für 4,00 Euro sind nicht übertrieben teuer. Der Salat besteht aus vielen Frisėeblättern, reichlich Walnusstückchen, Chicoree, Rucola, fünf dicken Rollen Ziegenkäse und einigen frischen Pfirsichscheiben. Das I-Pünktchen ist jedoch die fein abgestimmte Salatsauce. Die Menge reicht für zwei Personen mit normalem Appetit vollkommen aus. Insgesamt eine perfekte Mischung zur Einstimmung. Auch die Pizza teilen wir uns. Sie ist dünn, knackig und reichlich belegt: Paprika, Zwiebelringe, Knoblauch, Tomaten, Mozzarella und Ziegenkäse. Alle Zutaten sind genau auf den Punkt gegart und somit perfekt für ein angenehmes Geschmackserlebnis. Die Bahnhofshalle vibriert. Alle Gäste sind in guter Stimmung, denn allen schmeckt es hervorragend. Zum Dessert bestellen wir noch einen Brownie mit gemischtem Eis und dazu zwei Cortado. Der Brownie ist keineswegs trocken und man schmeckt auch die Schokolade. Der Cortado bezaubert durch sein frisches Kaffeearoma. Wir haben „Tomassini“ schon viele Male besucht und wurden nie enttäuscht, weil die Qualität immer gleich gut war. Der große Unterschied zur Bahnhofshalle ist, dass man nicht so lange warten muß, bis die Wünsche erfüllt werden denn die Bedienung ist aufmerksam und schnell. Niemand wird bevorzugt, niemand vernachlässigt. Auch der Preis geht mit 34,60 Euro voll in Ordnung.

Bewertung:

Ambiente: gewöhnungsbedürftig für Ältere. Service: aufmerksam und schnell. Punkte: 5 von 10.

Was wird aus Mallorca’s Leuchttürmen?

(mallorcabil.de). Vom Hotel Formentor sind es noch 18 Kilometer bis zum Ziel – dem Cabo Formentor. Dort, in einer Höhe von 260 Metern, fällt der schneeweiße Leuchtturm inmitten der tiefblauen Wassermassen geradezu ins Auge. Wer es mit dem Auto, Rennrad oder Mountainbike bis hier her geschafft hat, legt gern eine entspannende Pause ein. Im Turm hat sich ein Cafe etabliert und von den Terrassen können die Besucher bei Wein und Bier den phantastischen Rundumblick genießen.

Geht es nach der spanischen Regierung, soll dieses architektonische Kleinod nicht der einzige von den insgesamt sechzehn Leuchttürmen auf Mallorca bleiben, der privat genutzt wird. Dazu hat sie einen Entwurf zur Änderung des Hafengesetzes vorgelegt. Danach ist unter Anderem auch die kommerzielle Nutzung möglich und die Türme, in den sich Bars, Restaurants und Hotels niederlassen, könnten sich zu neuen Touristenmagneten entwickeln. Auch als Traumimmobilie wären sie geeignet. Bisher dürfen die Türme und deren Gebäude nur für die Sicherheit in der Seefahrt genutzt werden. Derzeit werden nur noch fünf Leuchttürme bewohnt: Portocolom, Punta de l’Avançada (Pollença), Capdepera, Cala Figuera (Calvià) und Cap Gros (Sóller). Doch deren Wärter gehen bald in Rente.

Nicht alle Inselpolitiker sind von dem Gesetzentwurf begeistert, weil ne¬ben der kommerziellen Nutzung der Leuchttürme auch die subventionierten Hafengebühren für Frachter und Fähren auf den Balearen gestrichen werden sollen. Dadurch würden die Kosten für viele Waren steigen. Schließlich fanden auch Umweltschützer ein Haar in der Suppe- sie protestieren gegen eine „versteckte Privatisierung der Küstenzone“.